Was die moderne Psychotherapie dir verschweigt

Warum du dich trotz Erkenntnis nicht veränderst – und der Körper die Wahrheit längst kennt

In erster Linie ist das,
was wir fühlen,
für uns wahr.

Nicht philosophisch.
Nicht metaphorisch.
Ganz konkret.

Wenn du Angst hast,
fühlst du dich bedroht –
unabhängig davon,
ob real eine Gefahr besteht oder nicht.

Dein Körper unterscheidet nicht zwischen
objektiver Wahrheit
und erlebter Wahrheit.

Und genau deshalb müssen wir bei dem ansetzen, was gespürt wird
nicht bei dem, was logisch richtig wäre.


Wahrheit ist keine Idee. Wahrheit ist ein Körperzustand.

Eine Wahrheit wird erst dann zur Wahrheit,
wenn sie vom Körper gefühlt werden kann.

Solange sie nicht ins Gewebe sinkt,
bleibt sie ein Gedanke.
Ein kluger Satz.
Ein therapeutischer Aha-Moment.

Flüchtig wie Wolken am Morgenhimmel.

Erst wenn Wahrheit
im Nervensystem ankommt,
im Atem, in Spannung und Entspannung,
in Zellen und Rhythmen,
kann der Geist sie greifen und integrieren.

Alles andere ist intellektuelles Einverständnis.
Keine Veränderung.


Warum Erkenntnis allein dein Leben nicht verändert

Unsere Realität wird nicht von dem bestimmt,
was wir wissen.
Sie wird von dem bestimmt,
was wir uns glauben können.

Und Glaubwürdigkeit
entsteht nicht im Denken.
Sie entsteht im Körper.

Wir können erst dann
in einer anderen Realität leben,
wenn der Körper diese Realität
als möglich akzeptiert.

Als sicher genug.
Als bewohnbar.

Der Weg in ein anderes Leben
führt deshalb immer über den Körper.

Nicht über das,
was objektiv wahr ist,
sondern über das,
was sich wahr anfühlt.

Das ist kein spiritueller Umweg.
Das ist Neurobiologie!


Das schmerzhafte Missverständnis der modernen Psychotherapie

Eines der größten Missverständnisse lautet:
Wenn ich meine Muster erkenne, kann ich sie auflösen.

Was für ein Scheiß. Ausgemachter Blödsinn.

Wir können keine Muster auflösen,
die sich gut anfühlen.

Und viele unserer destruktiven Muster
tun genau das.

Sie geben Vertrautheit.
Vorhersagbarkeit.
Identität.

Selbst dann,
wenn sie uns klein halten,
krank machen oder erschöpfen.

Diese Muster sitzen nicht im Denken.
Sie sitzen im Nervensystem.
Im Körpergedächtnis.
Auf Zellebene.

Deshalb reicht Einsicht nicht.
Deshalb bleiben so viele Menschen
jahrelang reflektiert, bewusst, klug –
und dennoch gefangen.


Veränderung braucht keine neue Einsicht – sondern ein neues Fühlen

Der Körper lässt alte Muster
nicht los, weil wir sie verstanden haben.

Er lässt sie los,
wenn er etwas Besseres fühlt.

Etwas, das sich:

  • sicherer anfühlt
  • stimmiger anfühlt
  • wahrer anfühlt


Nicht dramatisch anders.
Nicht spirituell abgehoben.

Sondern nah genug, um glaubbar zu sein. (Und das, my dear, ist der Gamechanger)

Veränderung entsteht nicht durch Loslassen.
Sie entsteht durch Verkörperung.


Drei Wege, Wahrheit im Körper zu verankern


Diese Übungen sind keine Techniken zur Selbstoptimierung.
Sie sind Einladungen an den Körper,
eine neue Wahrheit zu prüfen.


1. Die somatische Wahrheitsprüfung

Formuliere innerlich eine Aussage, einen heimlichen Wunsch, z.B.:

„Ich darf ein freieres Leben führen.“, „Ich darf meiner Berufung folgen.“, „Ich darf mich abgrenzen.“

Sag sie nicht laut.
Beobachte nur den Körper. Lausche, was passiert. Fühlst du

👉 Enge oder Weite?
👉 Atem flach oder tief?
👉 Spannung oder Entlastung?

Das ist keine Bewertung.
Das ist Information.

Der Körper zeigt dir,
was er glauben kann –
und was (noch) nicht.

2. Die 5%-Realität

Wähle keine radikale neue Wahrheit.
Wähle eine minimal andere.

Nicht: „Ich bin frei.“
Sondern: „Ein kleiner Teil von mir darf heute freier sein.“

Handle einen Tag lang so, als wären diese 5 % real.

Der Körper lernt nicht durch Visionen.
Er lernt durch Machbarkeit.

3. Wiederholung ohne Drama

Neue Wahrheit verankert sich nicht durch Intensität, sondern durch Wiederholung.

Verbinde eine kleine Handlung
mit dieser neuen inneren 5%-Wahrheit.

Passe deine Realität dieser Veränderung an.

Jeden Tag aufs Neue.
Ohne Pathos.
Der Körper lernt durch Rhythmus, dadurch, dass sich neue Wahrheiten verankern dürfen.


Und wie geht es weiter…?

Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst,
dann nicht,
weil er neu ist.
Sondern weil dein Körper ahnt, dass er wahr ist.


The Year of the Untamed Moon


Eine 12-monatige Email-Begleitung
entlang der Dunkelmonde. Im Rhythmus. Im Zyklus.

Jeder Dunkelmond öffnet ein Schattenthema:
Angst, Kontrolle, Schuld, Begehren, Ohnmacht, Wahrheit.

Nicht zum Analysieren.
Sondern zum neu Fühlen.

Ein Jahr lang
werden alte innere Realitäten
nicht bekämpft,
sondern langsam durch neue Körperwahrheit ersetzt.

🌑 Ein Mond.
🌑 Ein Thema.
🌑 Ein neues inneres Erleben.

Bist du mutig genug?

Veröffentlicht von Dr. Maren Buhl

Ich bin Ärztin und Psychotherapeutin. Seit vielen Jahren begleite ich Menschen durch Krisen, Übergänge und innere Brüche – mit klinischer Klarheit, Erfahrung und einem feinen Gespür für das, was zwischen den Worten liegt. Gleichzeitig bin ich eine wilde Frau. Ich glaube nicht an Heilung durch Anpassung, sondern an Wahrhaftigkeit, Verkörperung und das Wiederfinden der eigenen inneren Kraft. An das, was lebendig wird, wenn wir aufhören, uns zu zähmen. In meiner Arbeit verbinde ich medizinisch-psychotherapeutische Expertise mit Tiefe, Intuition und einer klaren, manchmal unbequemen Ehrlichkeit. Ich arbeite strukturiert und achtsam – und lasse Raum für das Ungezähmte, das Echte, das sich nicht normieren lässt. Ich begleite Menschen, die nicht „funktionieren“ wollen, sondern ganz werden. Mit Verstand. Mit Körper. Mit Seele.

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